Unvergessene Stars der Josefstadt
Axel von Ambesser Maria Andergast Albert Bassermann Ludwig van Beethoven Hedwig Bleibtreu Alfred Böhm Maxi Böhm Heinz Conrads Lili Darvas Vilma Degischer Ernst Deutsch Marlene Dietrich Anton Edthofer August Everding O. W. Fischer Rudolf Forster Erik Frey Egon Friedell Adrienne Gessner Hans Gratzer Ernst Haeusserman Marte Harell Paul Hartmann Kurt Heintel Heinz Hilpert Paul Hoffmann Hans Holt Attila Hörbiger Paul Hörbiger Fritz Imhoff Hans Jaray Josef Jarno Curd Jürgens Fritz Kortner Hilde Krahl Nicolin Kunz Lotte Lang Wolfgang Liebeneiner Hans Lietzau Leopold Lindtberg Ernst Lothar Siegfried Lowitz Gustav Manker Alexander Moissi Hans Moser Fritz Muliar Lothar Müthel Johann Nestroy Hansi Niese Max Pallenberg Karl Paryla Rudolf Prack Otto Preminger Helmut Qualtinger Ferdinand Raimund Max Reinhardt Leo Reuss Walther Reyer Gerhard Riedmann Richard Romanowsky Annie Rosar Leopold Rudolf Aglaja Schmid Karl Schönböck Oskar Sima Sabine Sinjen Albin Skoda Kurt Sowinetz Rudolf Steinboeck Franz Stoß Franz von Suppé Hans Thimig Helene Thimig Hermann Thimig Hugo Thimig Jane Tilden Peter Vogel Susanne von Almassy Gustav Waldau Ernst Waldbrunn Oskar Werner Paula Wessely Guido Wieland Grete Zimmer

„Der Unbestechliche“ Theater in der Josefstadt 1995

Susanne von Almassy

15.6.1916 - 16.2.2009 

Von Almassy, als Tochter eines Offiziers in Wien geboren, legte 1938 ihre Schauspielprüfung ab, nachdem sie die Rezitations- und Schauspielklasse der Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst in Wien besucht hatte. Bald folgten erste Engagements in Deutschland, unter anderem in Chemnitz und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.

Während des Krieges stand sie in Berlin vor der Kamera, so auch 1943 mit Herta Feiler und Hans Söhnker für "Der Engel mit dem Saitenspiel". 1946 kehrte Almassy nach Wien zurück und spielte an den Kammerspielen, am Burgtheater, am Volkstheater und am Theater an der Wien sowie an der Josefstadt.

Das Repertoire der Künstlerin reichte vom Klassiker über die Boulevard-Komödie bis hin zum Musical. Neben zahlreichen Verpflichtungen im Ausland hielt sie dem Theater an der Josefstadt die Treue, das sie 1994 zur Ehrendoyenne ernannte. 

Von Almassy stand in mehr als sechs Jahrzehnten in über 100 Stücken auf der Bühne, darunter in Schnitzlers "Der einsame Weg" und Molnars "Der Schwan". Sie spielte Autoren wie Eugene Scribe, Anton Tschechow, G.E. Lessing und William Shakespeare.

Außerdem trat sie in rund 40 Filmen und TV-Produktionen mit Stars wie Curd Jürgens und Hans Moser auf. Die Doyenne wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Man bedachte sie unter anderem 1970 mit der Kainz-Medaille, 1988 mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Wien und 1999 mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse.

Zuletzt war sie 1998 in den Kammerspielen in "Zwei ahnungslose Engel" und in der Josefstadt 1999 in Kurt Heintels Jubiläumsmatinee zu sehen.

Sie konnte gesetzestreue, pedantische Beamte zu Glücks- und Liebesspiel verleiten und zum gesetzlosesten Wahnsinn treiben - und hätte, wäre sie hinuntergelangt, sich als Herrscherin der Ruchlosigkeit mit dem Wein- und Giftlaub des Blauen Engels im Haar höchst königinnenhaft bewährt. Aber sie war keine Marlene Dietrich. So blieb das Aus-der-Bahn-Werfen bürgerlicher Räte aufgehoben in den Happy-Ends der Boulevardsphäre, in der Susanne von Almassy mit leichter damenhafter Hand als Eleganzerscheinung vor allem an der Wiener Josefstadt glänzte. (G.Stadelmaier)