Hans Gratzer ist in Wiener Neustadt geboren, seine Schauspielausbildung absolvierte er am
Max-Reinhardt-Seminar. Mit 22 Jahren gründete er sein erstes Theater - "Das Kammertheater in der
Piaristengasse". Auch als Schauspieler war Hans Gratzer in Hamburg, München und Wien engagiert, er
spielte am Volkstheater und am Burgtheater. 1973 richtete er die "Theater-Werkstatt" im Theater am
Kärntnertor ein und erhielt im selben Jahr den Förderungsgspreis zur Kainzmedaille für Regie. Im
Jahr darauf rief er die "Kremser Festspiele" ins Leben. 1977 bezog er erstmals das Schauspielhaus
in der Porzellangasse; eröffnet wurde das Haus am 4. Mai 1978 mit Jean Genets
Der Balkon. Bis 1986 führte er mit Verve das Schauspielhaus
und setzte den Wiener Großbühnen ein modernes Regietheater entgegen. Vor allem junge Autoren wurden
in der Autorenwerkstatt gefördert. Von 1987 bis 1990 war im Schauspielhaus "Der Kreis", die
berühmte Spielstätte des Theater-Gurus George Tabori, untergebracht. Während dieser Zeit
inszenierte Hans Gratzer in Zürich, München, Berlin und lebte in Amerika. Nach seiner Rückkehr
eröffnete er 1991 wieder das Schauspielhaus und etablierte ein zeitgenössisches Autorentheater, in
dem Ur- und Erstaufführungen neuer Stücke im Zentrum standen. Vor allem die Entdeckung des
Ausnahmedramatikers Werner Schwab ist eng mit den Inszenierungen von Hans Gratzer verbunden. Auch
die neuen britischen Dramatiker - wie Sarah Kane, Mark Ravenhill oder Jim Cartwright - wurden
hierzulande erstmals im Schauspielhaus vorgestellt. 2000 wurde Hans Gratzer gemeinsam mit Luc Bondy
von den Lesern der Zeitschrift "Bühne" zum Regisseur des Jahres gewählt. 2001 gab er die Leitung
des Schauspielhauses ab und arbeitete als freier Regisseur. In der Spielzeit 2003/04 war Hans
Gratzer der Künstlerische Leiter des Theaters in der Josefstadt und der Kammerspiele. Für die
Kammerspiele inszenierte Hans Gratzer in dieser Spielzeit
37 Ansichtskarten, in der Josefstadt
Mann, Frau, Kind,
Der Alpenkönig und der Menschenfeind und
Die Dreigroschenoper.